Der ProSTEP iViP Verein hat den STEP-Standard für den Produktdatenaustausch in der weltweit führenden
Modellierungssprache UML verfügbar gemacht. Die Spezifikation "Product Lifecycle Management Services Version 1.0",
die im April durch die Object Management Group (OMG) akzeptiert wurde, bezeichnet den ersten plattformüber-greifenden
Model Driven Architecture Standard für die Automobilindustrie. Er ermöglicht den Aufbau realer Kollaborationsszenarien
im weltweit verteilten Engineering auf XML-Basis.
Die OMG-Spezifikation ist das Resultat des Projektes XPDI (Extended Product Data Integration) innerhalb des
ProSTEP iViP Vereins, an dem sich Unternehmen der deutschen und europäischen Automobilindustrie beteiligen.
Die definierten WebServices wurden im Projekt evaluiert und sind bereits als Teil der unternehmensübergreifenden
PLM-Infrastruktur bei einigen der beteiligten Firmen erfolgreich in der Praxis erprobt.
Der Standard definiert ein Referenzmodell für den synchronen und asynchronen Zugriff auf PLM-relevante Daten
basierend auf dem Informationsmodell von ISO 10303 STEP AP214 "Core Data for Automotive Mechanical Design Processes".
Durch die Nutzung von UML konnte das Referenzmodell plattformneutral definiert werden. Aufbauend auf
Anwendungsszenarien aus dem Produktentstehungsprozess der Automobilindustrie wurde ein umfassender Satz an
Funktionen festgelegt. Die konkrete Implementierung dieser Funktionen wurde jetzt für WebServices mit der
dazugehörigen XML-Schema-sprache in der OMG standardisiert. "PLM Services Version 1.0" definiert Services für
die Produktstruktur- und Dokumentenverwaltung unter Einbeziehung der Lageinformationen für geometrische Modelle,
für die Klassifikation und Beschreibung des Konfigurations- und Änderungsmanagements und für die Prozessplanung.
Die Vorarbeiten für diese Spezifikation wurden in den erfolgreichen Projekten PDTnet
(www.pdtnet.org) und PDM-Collaborator geleistet.
Die Object Management Group (OMG) ist eine internationale, allen Mitgliedern offenstehende, Non-profit-Organisation
der Computerindustrie. OMG-Mitgliedsfirmen entwicklen, implementieren und pflegen ihre OMG-Standards entsprechend
einem ausgereiften und offenen Prozess.
Die von der OMD entwickelten Standards basieren auf der Model Driven Architecture (MDA), einem ganzheitlichen
und auf den gesamten Softwarelebenszyklus ausge-richteten Ansatz zur Integration von Unternehmenssoftware, welcher
unterschiedliche Betriebssysteme, Programmiersprachen, Middleware-Komponenten, Netzwerk-infrastrukturen und
Softwareentwicklungsumgebungen berücksichtigt. Zu den OMG-Standards gehören u.a. Unified Modeling Lanuguage (UML),
Common Object Request Broker Architecture (CORBA), Common Warehouse Metamodel (CWMTM) und eine Reihe von
industriespezifischen Standards für vertikale Märkte, z.B. im Maschinen- und Fahrzeugbau.
Über den ProSTEP iViP Verein
Ziel des ProSTEP iViP Vereins ist es Lösungen für die im Zuge der vernetzten Zusammenarbeit in einem weltweiten
Entwicklungsverbund resultierenden Aufgaben der Fertigungsindustrie zu definieren. Leitgedanke ist dabei die
ganzheitliche unternehmens-übergreifende Betrachtung von Daten, Prozessen und Systemen. Neben der Standardisierung
von Produktdatenmodellen (ISO 10303 STEP: Standard for the Exchange of Product Model Data) werden auch
Fragestellungen der IT-Entwicklung, Systemarchitektur und vor allem der Prozessgestaltung bearbeitet.
Gleichzeitig ist der Verein Anteilseigner der PROSTEP AG, deren Aufgabe die möglichst rasche Umsetzung der neuen
ISO-Norm in marktgängige Produkte und Dienstleistungen darstellt. Die PROSTEP AG beschäftigt zur Zeit über 170
Mitarbeiter. Der Umsatz im Jahr 2002 betrug 12,4 Mio. €.
Der ProSTEP iViP Verein mit Sitz in Darmstadt wurde im Oktober 1993 von 38 Industrieunternehmen sowie mehreren
Systemanbietern als Teil der deutschen STEP-Initiative gegründet. Mittlerweile zählt der Verein knapp 200
Unternehmen und Organisationen aus 17 Ländern als Mitglieder.