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Europamarkt für Systeme zur Fahrzeug-Ferndiagnose
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Ferndiagnose bei Fahrzeugen vergrößert Kundendienstpotenzial von Automobilherstellern
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November 2002
Überdurchschnittlich gute Wachstumschancen bescheinigt eine neue Analyse der Unternehmensberatung
Frost & Sullivan dem Europamarkt für Fahrzeug-Ferndiagnose.
Die neuartigen Systeme dienen dazu, Daten über den technischen Zustand direkt aus Fahrzeugen heraus
per Funk an entsprechende Servicezentralen zu übermitteln. Bei der Ausstattung von Fahrzeugen mit
diesem neuen Service, der Vorteile für PKW-Besitzer, Fuhrparkbetreiber und Fahrzeughersteller bietet,
soll der Umsatz von 180,51 Millionen Euro (2001) auf 1,88 Milliarden Euro (2009) ansteigen.
Fahrzeug-Ferndiagnose (Remote Vehicle Diagnostics - RVD) bietet den Autoherstellern Einsparpotenziale
bei Garantieleistungen, Produktentwicklung und Marketing sowie Wettbewerbsvorteile durch
Produktdifferenzierung und verbesserten Service. Gerade bei neueingeführten Modellen können
die technischen Daten aus dem Fahrzeugbetrieb dazu genutzt werden, Verbesserungen in der
Fertigung einzuführen. Durch Fahrzeug-Ferndiagnose können die Hersteller zudem eine zentrale
Position in Vertrieb und Kundendienst besetzen und engere Kundenbeziehungen aufbauen. Durch die
direkte Verbindung mit dem Fahrzeugbesitzer können die Hersteller nun endlich auch ohne den Umweg
über den Händler Serviceleistungen anbieten, auch für Fahrzeuge, die den Halter gewechselt haben.
Auch Fuhrparkbetreibern bringt Fahrzeug-Ferndiagnose durch Optimierung der Wartung und Vermeidung von
Pannen ein enormes Kostensenkungspotenzial. Darüber hinaus dürfte Fahrzeug-Ferndiagnose im Paket mit
Fuhrparkmanagement-Systemen oder anderen Telematikdiensten angeboten werden, sodass sich die
Telematikhardware im Fahrzeug auch für die Ferndiagnose nutzen ließe.
Auch die Fahrzeughalter habe Vorteile, da Sie über notwendige Wartungen und Reparaturen durch die
Hersteller informiert werden. Bei dem anstehenden Werkstatt- besuch sollten dank der übermittelten
Informationen dann bereits alle benötigten Ersatzteile bereitliegen, was Zeit- und Kostenersparnis bedeutet.
Alle Fahrzeughersteller ziehen mit
Ursprünglich entwickelt als Nur-Lese-Option, bei der Fehlercodes übermittelt und in Datenzentren
entschlüsselt werden, soll sich Fahrzeug-Ferndiagnose von passiver und periodischer Diagnostik zu
fahrzeuginitiierter Fehlermitteilung und Prognostik entwickeln. Nach Anil Valsan, Research Analyst
bei Frost & Sullivan, wollen praktisch alle Auto- hersteller Fahrzeug-Ferndiagnose kurz- oder
mittelfristig einführen, legen sich bezüglich des Szenarios aber noch nicht fest, bevor nicht
Probleme wie Infrastrukturkosten, begrenzte Bandbreite und Umgang mit der technischen Veralterung
von Komponenten gelöst sind.
Einsatz zuerst bei Luxusmodellen
Im PKW-Bereich werden in Europa voraussichtlich Unternehmen wie DaimlerChrysler, BMW und die
Fiat-Gruppe mit den Marken Lancia und Alfa Romeo den Anfang machen, im Nutzfahrzeugbereich
DaimlerChrysler, Volvo und Scania. Die Einführung soll 2003 bei Herstellern wie BMW, Fiat,
Volvo und PSA im Luxussegment beginnen. Ab 2004/05 dürfte der Service dann allmählich in
Fahrzeugen der Ober- und Mittelklasse zunächst als Sonderausstattung eingeführt werden.
In den unteren Segmenten wird Fahrzeug-Ferndiagnose im Prognosezeitraum wohl nur als
Sonderzubehör verfügbar sein, wobei die Zahl der eingebauten Systeme von der Attraktivität
des angebotenen Gesamtpaketes abhängen wird.
Mehr als fünf Millionen Einheiten im Jahr 2009
Nach 2003/04 wird der Europamarkt sein stärkstes Wachstum erreichen und bis 2009 auf 5,38
Millionen Einheiten klettern. In dieser Phase schnellen Wachstums können Fahrzeughersteller,
Telematiksystem- und Dienstanbieter besonders von einer Vorreiterrolle profitieren. Gegen
Ende des Prognosezeitraumes dürfte der PKW-Markt für 95 Prozent des Umsatzes aufkommen.
Für eine effektive Nutzung von Fahrzeug-Ferndiagnose müssen die Fahrzeughersteller intern
und in Vertrieb und Kundendienst Umstrukturierungen vornehmen. Während die PKW-Hersteller
dabei die Geheimhaltung ihrer Daten verteidigen werden, dürften die Hersteller von
Nutzfahrzeugen zur Standardisierung von diagnostischen Codes, Kommunikationsprotokollen,
Softwarekomponenten und fahrzeuginternen Netzen stärker untereinander und mit anderen an
der Wertschöpfungskette Beteiligten kooperieren.
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Die Unternehmensberatung Frost & Sullivan beobachtet
ständig eine Reihe wichtiger Hightech-Branchen und befragt diese auf neue Markttrends,
Kennzahlen und Unternehmensstrategien.
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