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Trends / Entwicklungen

Der Europamarkt für Superkondensatoren




Studie der
Unternehmensberatung
Frost & Sullivan
www.batteries.frost.com




Hybridfahrzeuge sollen Superkondensatorenmarkt
auf Touren bringen

April 2003

Mit einem europäischen Umsatzvolumen von 2,85 Millionen US-Dollar im Jahr 2002 ist der Markt für Superkondensatoren (Kondensatoren im Faradbereich) zwar noch klein, für die Zukunft werden jedoch beeindruckende Wachstumsraten erwartet. Bis 2009 soll nach einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan der Absatz um jährlich 157 Prozent und der Umsatz um 49 Prozent wachsen. Die Förderung umweltfreundlicher Energiespeicherungssysteme und schadstoffarmer Autos wird dem Superkonden-satorenmarkt voraussichtlich auf lange Sicht zugute kommen.

Superkondensatoren, die eine millionenfach größere Speicherkapazität haben als herkömmliche Kondensatoren, stoßen als alternative Energiespeicher zunehmend auf Interesse. Dabei dürften Automobilanwendungen mit langfristig fast 60 Prozent des Gesamtabsatzes Wachstumsschwerpunkt werden. Die Nachfrage soll zuerst von Nutzfahrzeugherstellern kommen sowie von Unternehmen, die 42-V- und Hybridfahrzeuge entwickeln. Allein in Europa arbeiten bereits zwölf Hersteller an der Entwicklung von Hybridfahrzeugen. "Besonders interessant für die Automobilindustrie sind Getriebeanwendungen (Nutzbremsung und Starthilfe) und die Versorgung der Fahrzeugelektronik," meint Anne-Corinne Barbier, Research Analyst bei Frost & Sullivan.

Weitere Einsatzgebiete: Schienfahrzeuge, Windturbinen, USV

Neben dem Schlüsselsegment Automobilbau bieten auch andere Anwendermärkte erhebliches Wachstumspotenzial. Der Schienenfahrzeugbau als zweitstärkster Abnehmer wird laut Analyse vor allem sehr große Zellen nachfragen. Das Windturbinensegment könnte für den Durchbruch bei den erneuerbaren Energien (Windkraft und Solarenenergie) sorgen. Bei der unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) über 50 kVA für die Industrie sollen bis 2009 etwa 13 Prozent der neuen Anlagen mit Superkondensatoren ausgerüstet sein.

Im Zuge des Marktwachstums müssen die Unternehmen entscheiden, auf welches Abnehmersegment sie setzen und ob sie separate Zellen oder Module entwickeln wollen.

Hohe Kosten bremsen Absatz

Noch bremsen allerdings hohe Kosten und technische Probleme das Wachstum. Besonders bei preisempfindlichen Anwendungen wie USV und erneuerbaren Energien sind Superkondensatoren bisher angesichts preiswerter und zuverlässiger Alternativen wie Bleiakkumulatoren für viele potenzielle Kunden zu teuer. Die Hersteller versprechen deshalb substanzielle Preissenkungen und hoffen dabei auf eine massive Nachfrage vom Hybridfahrzeugbau. Der Erfolg dieser Strategie hängt aber davon ab, ob sich die Automobilindustrie tatsächlich für Superkondensatoren entscheidet, wenn die Massenproduktion von Hybridfahrzeugen anläuft.

Und auch dann müssen sich die Investitionen zu erheblichen Teilen amortisiert haben, bevor wirklich Preissenkungen erfolgen können. Bisher jedoch wurde die Markteinführung von Hybridfahrzeugen immer wieder hinausgeschoben.

Im Jahr 2002 dominierten europäische Unternehmen wie Epcos und Montena den Markt. Auf sie entfielen mehr als 60 Prozent des Umsatzes. Aber die Übernahme von Montena durch die US-amerikanische Firma Maxwell im Juli 2002 hat die Wettbewerbslandschaft verändert und spiegelt die wachsende Rolle wider, die US-amerikanische und asiatische Unternehmen wie Ness und Matsushita spielen.


Die Unternehmensberatung Frost & Sullivan beobachtet ständig eine Reihe wichtiger Hightech-Branchen und befragt diese auf neue Markttrends, Kennzahlen und Unternehmensstrategien.