Vollständige Systemsicherheit in allen Produktlebenslagen
Juli 2003
RODON® - modellbasierte Diagnose und Risikoanalyse für die Automobilindustrie
Die kurze Halbwertszeit technischer Innovationen sowie der hohe Konkurrenz-druck verlangt von Unternehmen
im Automobilbau, ihre Produktneuheiten in immer kürzeren Abständen weiterzuentwickeln und auf den Markt
zu bringen. Gleichzeitig ist den ständig steigenden Anforderungen an Komfort, Sicherheit und Qualität Rechnung
zu tragen. Mit RODON 3 bietet die Heidenheimer R.O.S.E. Informatik GmbH jetzt eine Lösung, die Unternehmen
hilft, diesen Spagat zu bewältigen. Als Java-Lösung zur modellbasierten Diagnose und Risikoanalyse unterstützt
RODON den gesamten Produktlebenszyklus komplexer technischer Systeme in Sachen Funktionstüchtigkeit, Qualität
und Effizienz. Bereits im Entwicklungsprozess können anhand grafisch erstellter Modelle die Auswirkungen
potenzieller Ausfallrisiken von Bauteilen systematisch berechnet, simuliert und analysiert werden, was den
Zeit- und Kostenaufwand schon in dieser Phase deutlich senkt. Das in der Entwicklung gewonnene Wissen über
das betrachtete technische System steht anschließend unmittelbar in Form von systematischen Fehlerdiagnoseverfahren
zur Verfügung - sowohl an Bord im Automobil als auch in der Werkstatt. Somit sorgt RODON schon bei der Erzeugung
des Diagnosewissens als auch danach bei der Überwachung und Wartung im Praxiseinsatz für höchstmögliche Effizienz.
Heute kommt RODON bei der Erstellung des Diagnosewissens für die Onboard-Diagnose der Mercedes Benz E-Klasse
und der SL-Modelle zum Einsatz. Dabei werden rund 1500 elektrische und elektronische Bauteile des Innenraums
überwacht und im Störungsfall automatisch die wahrscheinlichsten Verursacher ermittelt. Dadurch bekommen
Servicetechniker von Mercedes konkrete Hinweise zur Ursachen-behebung, wodurch der Aufwand in der Werkstatt
deutlich reduziert wird.
Grafische Modellbildung
Für die Diagnose und Risikoanalyse führt RODON technische Entwicklungsdaten, wie beispielsweise Konstruktions-
und Schaltpläne sowie Steuergeräte-Lastenhefte in einem hoch automatisierten Prozess zu einem virtuellen
Produktmodell zusammen, um die Struktur grafisch abzubilden und das funktionale Verhalten der realen Bauteile
in diese Struktur einzubinden. Dabei unterstützt RODON die Modellierung durch umfangreiche Modellbibliotheken,
grafische Benutzeroberflächen und interaktiv steuerbare Konverter- und Importfunktionalitäten. Bei der grafischen
Darstellung werden, im Gegensatz zu herkömmlichen Simulationswerkzeugen, die realen Komponenten und Baugruppen
zunächst separat als Bauteil-Modelle beschrieben, grafisch dargestellt und anschließend gemäß der realen
System-Topologie miteinander verbunden. Der Vorteil: was der Anwender auf dem Bildschirm sieht, entspricht
unmittelbar der tatsächlichen Systemstruktur. Auf diese Weise wird ein hoher Wiederverwendungsgrad von Modellwissen
in Form von Komponentenbibliotheken gewährleistet, ein intuitiveres Vorgehen ermöglicht und so insgesamt die
Effizienz im Modellgenerierungsprozess gesteigert. Durch eine Intervalldarstellung und -verarbeitung lassen
sich dabei auch Bauteiletoleranzen unmittelbar in RODON darstellen und verarbeiten.
Modellbasierte Risikoanalysen und Diagnosen
Anhand des grafisch erstellten Produktmodells führen Entwicklungsingenieure und Risikoanalytiker systematische
Berechnungen aller Schalt- und Betriebszustände des Systems durch, um bereits im Entwicklungsprozess konkrete
Aussagen über das systemweite Zusammenspiel der einzelnen Bauteile und Steuergeräte zu bekommen. Dabei werden
zum einen mit Hilfe von Fehler-Möglichkeits- und Einfluss-Analysen (FMEA), vereinfachten Fehlerbaumanalysen
(sFTA) oder Kriechstromanalysen (SCA) die verschiedenen Fehlerarten sowie deren Auswirkungen simuliert und
geeignet dargestellt. Auf diese Weise entsteht gleichzeitig präzises, systematisch berechnetes Diagnosewissen,
das in Form von Diagnoseregeln und Fehlersuchprogrammen (Entscheidungsbäumen) für den Praxiseinsatz "on Board"
oder "off Board" in der Werkstatt zur Verfügung steht. Zum anderen ermitteln Systemdiagnostiker anhand eines
am echten System beobachteten Symptombildes durch modellbasierte Diagnose die Fehlerursache bzw. mögliche
defekte Bauteile. Dabei erfolgt ein steter Abgleich zwischen den Prozessdaten des realen Systems und dem
OK-Zustand (Nominalfall) des RODON-Modells. Bei entsprechenden Abweichungen wird der Diagnoseprozess automatisch
gestartet und RODON identifiziert anhand von Fehlercodes und anderen relevanten Prozessgrößen diejenigen Komponenten,
die als Ursache für die Abweichung vom OK-Zustand in Frage kommen.
Über R.O.S.E. Informatik
Die R.O.S.E. Informatik GmbH, Heidenheim, wurde 1992 gegründet und konzentriert sich mit der Software-Lösung
RODON auf die systematische Berechnung von Diagnose- wissen und Risikoanalysen für technische Systeme aus den
unterschiedlichsten Domänen. Dabei arbeitet R.O.S.E. mit den wichtigsten Vertretern des deutschen und
US-amerikanischen Automobilbaus sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie zusammen.