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Trends / Entwicklungen

Deutlich vereinfachte Karosserieelektrik von Nutzfahrzeugen


Robert Bosch GmbH
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Multiplex-Systeme von Bosch im Nutzfahrzeug -
höhere Zuverlässigkeit dank reduzierter Verkabelung

Oktober 2003

Im Nutzfahrzeug verbessern immer mehr elektrische Systeme Sicherheit und Komfort. Mit deren Zahl nimmt jedoch auch die Komplexität der dafür notwendigen Verkabelung zu. Bosch hat daher mit Hilfe der Multiplex-Technik eine Bordnetzstruktur entwickelt, die die Karosserieelektrik von Nutzfahrzeugen deutlich vereinfacht. Sie ist dadurch zuverlässiger und flexibler; und sowohl Anpassungen als auch Erweiterungen lassen sich schneller durchführen. Die Multiplex-Technik von Bosch ging erstmals Anfang 2002 im Iveco Stralis in Serie, dem eine internationale Jury die Auszeichnung "Truck of the Year 2003" verlieh.

Über Schalter und Hebel steuert der Fahrer eine Vielzahl von Systemen der Karosserie- und Komfortelektrik, so beispielsweise die Sitzverstellung, Lichtfunktionen oder die Klimaregelung. Bislang wurde jedes System für sich verkabelt und bei Bedarf mit entsprechenden Relais und Sicherungen versehen. Schwere Nutzfahrzeuge wie der Iveco Stralis kommen so mittlerweile auf über 1000 einzelne Leitungen mit einer Kabellänge von insgesamt rund 2000 Metern und aufwändigen Kabelbäumen. Das Multiplex-Konzept vereinfacht diese Struktur erheblich. In den über einen zusätzlichen CAN-Bus vernetzten Steuergeräten werden Sensorinformationen und Befehle des Fahrers gesammelt und ausgewertet und stehen als elektronische Signale innerhalb des gesamten Verbunds zur Verfügung. Die jeweiligen Steuergeräte vor Ort führen die Aktionen anschließend auf direktem Weg aus. Die Entwickler des Iveco Stralis konnten so die Verkabelung reduzieren und die Anzahl der Relais und Sicherungen nahezu halbieren. Auch die Anzahl der Leitungen und damit die Zahl der Steckverbindungen zwischen Fahrerhaus und Fahrgestell ist nur noch halb so groß. Die Zuverlässigkeit steigt dadurch weiter.

Der Body Computer ermöglicht zusätzlich über eine Gateway-Funktion den Datenaustausch der Karosserieelektrik mit den Bussystemen von Antriebsstrang, Kombiinstrument und Infotainment. Aufgrund des modularen Aufbaus können die Entwickler das Multiplex-System auch flexibel erweitern und schnell auf Änderungswünsche des Fahrzeugherstellers eingehen. Ein großer Teil der Eingangssignale ist zudem diagnosefähig; dann kann das System bei Defekten eine Notlauffunktion aktivieren und eine Meldung an den Fahrer ausgeben. Durch den Verbund der einzelnen Systeme lassen sich im Body Computer künftig weitere, software-basierte Funktionen integrieren: so zum Beispiel ein dynamisches Serviceintervall oder ein zentraler Diagnosespeicher. Letzterer vereinfacht die Fehlersuche in der Werkstatt erheblich.